Archive for the 'Laufberichte' Category

Brezelfestlauf Speyer

Sonntag, Juli 11th, 2010

So eine Hitze… Bei 32 Grad stand heute Mittag um 12 Uhr der Brezelfestlauf in Speyer über 8,2 km auf dem Programm. Vorgenommen hatte ich mir erstmal gar nichts. Nach dem misslungenen Tempoausdauerlauf letzte Woche in der Hitze befürchtete ich schon das Schlimmste. Also hieß es einfach nach Gefühl laufen. Unter normalen Umständen hätte ich mir eine Zeit um 31 Minuten zugetraut. Heute hätten es aber auch 33 Minuten getan. Als es dann auf die drei Runden ging, konnte ich mich zunächst nur über einige Mitläufer wundern. Einige gingen ab wie die Post; ich ließ es hingegen erst mal locker angehen, die meisten würde ich später eh wieder treffen ;-) Obwohl, locker war der erste Kilometer mit 3:50 min auch nicht gerade. Aber ich fühlte mich eigentlich ziemlich gut und die Hitze schien mir aufgrund der Gewöhnung auch nicht mehr so viel auszumachen. So versuchte ich einfach mein Tempo konstant durchzulaufen. Ab km 1,5 ging es dann los mit dem Überholen. Platz um Platz konnte ich aufholen und verlor bis zum Schluss keinen einzigen mehr nach hinten! Da zeigt mir doch, dass ich das Rennen vernünftig angegangen bin. Bis km 4 lief es auch fast problemlos, dann wurde es natürlich etwas schwerer. Die letzte Runde war die schlimmste, aber auch auf den letzten Kilometern habe ich nicht so viel Zeit mehr verloren. Das Wichtigste war heute auf alle Fälle Wasser, Wasser, Wasser. Weniger zum Trinken als zum Abkühlen. So ging es dann irgendwann auf die letzten Meter Richtung Dom zum Ziel. Hier machte ich leider einen saudummen Fehler. Von hinten schlich ich mich an einen Mitkonkurrenten heran, der dies aber merkte. Es entwickelte sich ein Endspurt, den ich gewonnen hätte, wenn ich nicht den Einlauf in den Zielkanal verpasst hätte! Ich bin zuerst mal so durchs Ziel und musste dann (als ich es gemerkt hatte) nochmal das ganze Stück zurück. Dadaurch verlor ich 6 Plätze und 20 Sekunden. Natürlich ist das sehr ärgerlich. Eigentlich wäre ich 25. gewesen nun eben 31. Aber egal, meine Zeit habe ich mit 32:02 min gestoppt. Das ist eine sehr gute Zeit für die Verhältnisse. Mit einem Schnitt von 3:55 min/km hätte ich nicht gerechnet und jetzt bin ich ziemlich sicher, dass ich ganz nah an die 38 Minuten über 10 km laufen kan. Nur wann und wo ist die Frage ;-) Noch habe ich keinen passenden Wettkampf gefunden. Alles in allem überwiegt bei mir abolut die Freude über dieses hervorragende Ergebnis. Das kleine Missgeschick… naja, kann jedem passieren.

Kann es selbst kaum glauben: 2:59:12!!!!

Sonntag, Mai 16th, 2010

Nun ist es passiert! ;-) Die sub3 im Marathon ist gefallen und das eigentlich völlig unerwartet. Ok, ich hatte ein bisschen Hoffnung, aber einer Zeit unter drei Stunden gab ich nicht mehr als eine 20%-Chance. Zumal ich gestern beim kurzen Stadtbummel durch Würzburg auch noch ein plötzliches Ziehen in der rechten Wade verspürte. Für einen kurzen Moment dachte ich, das war’s. Den ganzen Abend über habe ich die Stelle ausmassiert. Während des Laufs heute hatte ich dann überhaupt keine Probleme. Also erst die Erkältung letzte Woche, jetzt die Wade… aber die ganzen Sorgen und die vielen Kilometer der letzten Wochen haben sich absolut gelohnt. Ein kleiner Traum ist wahr geworden heute! Hier mein Laufbericht:

Los ging die Reise bereits am Samstag Nachmittag, da wir eine Übernachtung im Ibis-Hotel in Würzburg gebucht hatten. Die Fahrt verlief gut und es blieb sogar trocken, nur etwas kühl war es. Immerhin sollte es Sonntags etwas wärmer werden und auch regenfrei bleiben. Nur die letzten Windprognosen gaben mit zu denken: Windstärke 3-4! Zusammen mit den Steigungen hakte ich die geringe Hoffnung auf die sub3 eigentlich schon hier ab. In Würzburg angekommen ging es zunächst einmal auf die Messe, die Startnummer abholen und eine Portion Pasta essen. Die Messe hier ist zwar klein aber dafür sind die Wege wesentlich kürzer als z.B. in Berlin. Die wichtigsten Erledigungen kann man hier in kürzester Zeit vornehmen. Wenn man aber noch etwas zum Laufen braucht, ist die Auswahl leider sehr begrenzt. Nach dem Messebesuch unternahmen wir noch einen kleinen Stadtbummel, bei dem es dann passierte: Ohne Vorankündigung verspürte ich in der rechten Wade einen spitzen Schmerz, der für ca. 10 Sekunden anhielt. Ich dachte schon, das war’s. Was blieb, war eine druckempfindliche Stelle, ein ungutes Gefühl und die Unsicherheit, ob es morgen klappen würde. Nach einer kleinen Mahlzeit in einem Cafe machten wir uns dann wieder auf in unser Hotel. Dort hieß es dann ausruhen und den Pokal-Sieg des FC Bayern feiern ;-) Um 23:30 h ging das Licht aus.

5:45 h, der Wecker klingelt. Ich bin sofort fit und habe eigentlich ganz gut geschlafen. Zumindest für eine Nacht vor einem Marathon. Die Wade zwickt zwar immer noch aber mit ein wenig Abstand sieht man alles hoffnungsvoller. Beim anschließenden Frühstück um 6:15 Uhr sind wir die ersten. Leider fällt es etwas spärlich aus, zumindest für mich. Mit einem vollen Magen läuft es sich nicht gut. Danach heißt es die Laufbekleidung anziehen und die letzten Vorbereitungen treffen. Um 8:15 Uhr verlassen wir das Hotel. Von dort aus sind es ca. 700 m bis zum Start. Diese Strecke nutze ich natürlich, um mich ein wenig einzutraben. In der Wade ist nichts zu spüren, sehr gut. Also kannes losgehen. Kurz vor neun Uhr reihe ich mich recht weit vorne im Startblock ein und kurz danach erfolgt der Start bei ca. 8 Grad und sehr kräftigem Nord-West Wind. Den ersten Kilometer lege ich genau nach Plan in 4:16 min/km zurück. Es fühlt sich nicht gut an, schon tauchen die ersten Zweifel auf. Immer wieder bläst nun der Wind von vorne, insbesondere als es über die Mainbrücke geht. Hier versuche ich einfach nicht zu viel Kraft zu vergeuden. Ebenso bei den Steigungen, die immer wieder in die Strecke eingebaut sind. Bei den drei größten Steigungen darf ich mir laut Plan insgesamt 40 Sekunden Zeitverlust erlauben, die ich auf der zweiten Hälfte wieder aufholen möchte. Die ersten beiden “Hügel” bei ca. km 5 und km 11 fallen gar nicht so extrem aus, es ensteht kaum ein Zeitverlust. Ich liege also gut in der Zeit und bei km 10 komme ich bei 42:36 min durch. Das wäre schon sub3-Schnitt! Auch wenn es gerade nicht viel Spaß macht zu laufen, mein Tempo bleibt jedoch konstant. Trotz teilweise falsch stehender Kilometerschilder. Aber man läuft ja auch nach Gefühl, darf sich nicht verrückt machen lassen. Bei km 12 kommt dann die größte Steigung. Hier lasse ich es extrem langsam angehen, um ja keine Kraft zu verlieren. Einen ganzen Kilometer lang geht es nach oben, danach ist es geschafft. Weiter geht es zum ersten Mal durch die City und nach 1:30:18 h überquere ich die HM-Marke. 22 Sekunden schneller als meine Vorgabe und 18 Sekunden über sub3-Schnitt. Perfekt! Die 18 Sekunden muss ich jetzt auf der zweiten Hälfte gut machen, da wäre ca. 1 Sekunde pro Kilometer, also 4:15 min/km. Das Problem ist nur der frontale Gegenwind auf der langen Wendepunktstrecke Richtung Heidingsfeld von km 31 bis km 37,5. Andererseits laufen wir dieses Stück eben auch von km 25,5 bis km 31 mit Rückenwind. Egal, erst mal bis km 25,5 nichts anbrennen lassen und schön in 4:16 min/km weiterlaufen. Als es kurz nach der HM-Marke wieder auf die Mainbrücke geht, wirft einen der Wind fast nach hinten. Kurze Zeit später fühle ich mich im tiefroten Bereich, fange bei km 23 an schon tief nach Luft zu holen. Das kann ja gar nicht gut gehen. Zu diesem Zeitpunkt denke ich nicht mehr an die sub3. Innerlich habe ich das abgehakt. Bei km 25,5 steht Michaela und eigentlich will ich ihr schon sagen, dass es heute nicht klappen wird, lasse es dann aber doch lieber. Nun geht es etwas abwärts und mit dem Rückenwind bessert sich mein Befinden. Wie durch ein Wunder läuft es plötzlich wie von selbst. Meine Zeiten steigern sich auf 4:10 min/km, die ich problemlos halten kann. Mehrere Läufer sammle ich ein, es fühlt sich an wie ein Runners-High. Irgendwann fällt mir dann ein Läufer auf, der sich penetrant in meinem Windschatten aufhält. Ich will zu disem Thema gar nicht mehr sagen, jedenfalls hat er mich bis zum Ende nicht überholt, ist die ganze Zeit in meinem Windschatten gelaufen, hat sich von mir ziehen lassen. Nicht einmal als ich ihn darauf hingewiesen habe, dass er das doch lassen soll, hat er sich beeindrucken lassen. Ich habe ihn später darauf angesprochen, dass ich es egoistisch und unverschämt fand, nicht auch einmal nach vorne gegangen zu sein und die Führung übernommen zu haben. So habe ich die ganze Arbeit gemacht und am Ende konnte er nicht mal an mir vorbei ziehen. Eine jämmerliche Vorstellung, die ihn auch bei Gegenwind wohl ohne zu beißen sicher ins Ziel gebracht hat. Nun gut. Bis zum Wendepunkt bei km 31 lief es nun so perfekt weiter, danach hatten wir dann den heftigen Gegenwind von vorne. Jetzt hieß es bis km 37,5 versuchen, das Tempo zu halten. Inzwischen hatte ich auf die sub3 einen Vorsprung von 28 Sekunden herausgelaufen. Zu meinem Erstaunen, konnte ich trotz des Gegenwindes das angestrebte Tempo von 4:16 min/km weiterhin ungefähr halten, verlor also keine Zeit. Als es bei km 38 wieder zurück in die Stadt ging, betrug der Vorsprung auf die sub3 43 Sekunden, ich hatte also noch mehr Vorsprung aufgebaut. Jetzt hieß es rechnen. Auf den letzten vier Kilometern konnte ich mir also Zeiten um 4:26 min/km erlauben. Eigentlich kein Problem aber jetzt fing es an, schwer zu werden. Einerseits wollte ich schneller werden, tarute mich aber nicht, das Risiko einzugehen, da ich einen Einbruch befürchtete. Also lieber die sub3 sicher nach Hause bringen, auch wenn ich noch nicht an sie glaubte. Noch zwei Kilometer… immer noch nicht langsamer geworden, aber ich will jetzt endlich ins Ziel. Zwei Kilometer sind lang. Kilometer 41,2… ich kann mir noch eine 5:02 min/km erlauben! Das muss reichen, das reicht, das verliere ich nie und nimmer! Erst jetzt wird es mir bewusste, ich kann es schaffen. Nur noch wenige Meter, dann geht es um die Kurve auf die Zielgerade. Ich sehe sogar noch die 2:58… auf der Tafel und es sind nur noch ein paar Schritte. Noch ein kurzer Endspurt, damit mein “Kollege” hinter mir nicht noch an mir vorbeizieht und dann ist es amtlich: 2:59:12 h, meine erste Zeit unter 3 h. Und das hier und heute! Ich kann es kaum glauben. Wahnsinn. Ich wusste zwar, dass ich unter 3 h laufen kann, aber hier bei diesem Wind? Egal, es hat geklaptt und heute wird nur noch gefeiert!

002.JPG 003.JPG 004.JPG 005.JPG 006.JPG 007.JPG 008.JPG 009.JPG 010.JPG 011.JPG 013.JPG 013.JPG 014.JPG 015.JPG 016.JPG 017.JPG 018.JPG 019.JPG 020.JPG

Halbmarathon Murr

Samstag, April 24th, 2010

Heute stand der letzte Formtest vor dem Würzburg-Marathon auf dem Programm. Angesagt war ein Halbmarathon auf einer profilierten Strecke, wobei ich eigentlich nur mit einer größeren Steigung gerechnet habe… Ausgesucht habe ich mir die Strecke, da es auch in Würzburg ein bis zwei stärkere Anstiege gibt und ich dafür gerüstet sein möchte. Also ging es nachmittags bei strahlendem Sonnenschein und ca. 24 Grad auf die ca. 100 km lange Fahrt nach Murr. Leider war die Parkplatzsituation dort nicht so gut geregelt, so dass es mit der Anfahrt eine Weile dauerte. Ansonsten schien die Veranstaltung aber gut organisiert zu sein. Kurze Wartezeiten, Chipmessung etc. Das einzige Problem erschien mir zu diesem Problem die Wärme und der kräftige Ostwind zu sein. Körperlich fühlte ich mich beim Warmlaufen topfit. Als es um 16:15 Uhr auf die Strecke ging, stand ich so ziemlich in der ersten Reihe, bei etwa 150 Startern. Das erste, was mir auffiel war ein trockener Mund schon nach wenigen Metern… na das konnte ja heiter werden. Zum Glück legte sich das recht bald und auf den ersten drei Kilometern konnte ich den angepeilten Schnitt von 4:00 min/km auch gut halten. Trotz teilweise falsch stehender Markierungen. Aber für was hat man einen Forerrunner ;-) Danach ging es dann richtig los mit den Steigungen und dem Wind. So etwas hatte ich nicht erwartet. Im Prinzip war die Strecke bis km 8,5 ziemlich profiliert, mit einem besonders schlimmen Anstieg von km 7 bis km 8,5. Spätestens bei km 8 und einem Tempo von knapp 4:30 min/km hatte ich eine neue Bestzeit abgehakt. Natürlich musste es, da es zwei Runden waren, nach km 8,5 wieder nach unten gehen. Dort lief es auch ganz flott mit Zeiten deutlich unter 4:00 min/km, aber die verlorene Zeit konnte ich dort niemals mehr aufholen. Zum Ende der ersten Runde lief ich mit zwei anderen Läufern um ca. Platz 10. Zu allem Unglück verstoppte ich mich bei km 10 auch noch, so dass ich beschloss, komplett nach Gefühl zu laufen und die Uhr zu vergessen. Anders wäre es auch kaum möglich gewesen, denn die Schilder ab km 10 fehlten vollständig und stimmten nicht mit den Schildern der ersten Runde überein. Also km 1 entsprach nicht km 11 sondern km 11,55 usw. Das war nicht gut gemacht vom Veranstalter. Die nächsten drei Kilometer verliefen wieder ganz gut, ich war erstaunt, wie gut ich mich von der hügeligen Passage erholt hatte. Dann kamen allerdings wieder die Berge und in dieser Runde war “schleichen” angesagt. In der Zwischenzeit hatte ich mich an einen anderen Läufere herangetastet, auf den ich etwa bei km 13 aufgeholt hatte. Leider bin ich bis zum Ende nicht an ihm vorbeigekommen. Er war am Hang enorm stark und so legte ich meine Hoffnung auf den Abstieg aber auch diese zerschlug sich. Einen weiteren Läufer konnte ich noch überholen, weil dieser zwischendurch eine Gehpause einlegte. Ansonsten waren aber nach hinten und nach vorne keine weiteren Läufer in Sicht. Nach der Bergpassage ging es wieder flott nach unten und ca. 500 m vor dem Ziel hatte mich der Läugfer mit der Gehpause wieder eingeholt. Keine Ahnung, wo der plötzlich herkam. Ich zog das Tempo an, wohl aber ein wenig zu früh. Nach ein paar Metern Vorsprung kämpfte er sich wieder an mich heran. Zu disem Zeitpunkt war ich das erste Mal drauf und dran, einen Endspurt freiwillig zu verlieren, da es extrem weh tat in den Beinen. Zum Glück packte mich dann aber doch noch mein Ehrgeiz als ehemaliger Sprinter und ich hielt dagegen, beschleunigte wenige Meter vor dem Ziel sogar nochmals. So landete ich im Ziel knapp vor ihm, war in der Gesamtwertung dank Chipmessung dennoch ganz knapp hinter ihm. Egal, mit Platz 11 und dem 3. Platz in meiner Altersklasse bin ich zufrieden. Was meine Zeit von 1:25:33 h angeht, kann ich sie schwer beurteilen. Wenn die Streckenlänge stimmt, ist sie unter diesen Bedingungen klasse, aber das bezweifle ich. Auf alle Fälle war es ein hartes Stück Arbeit und die ungewohnte Wärme sowie die Steigungen haben sicher einen Anteil daran, dass ich nicht einmal annähernd einen 4er-Schnitt laufen konnte. Nun, ich lasse mich jetzt einfach nicht davon verrückt machen und werde die letzten drei Wochen locker angehen lassen. Schneller werden kann ich jetzt eh nicht mehr. Und dann schauen wir einfach mal, was in Würzburg drin ist. Nach heute zweifle ich ein wenig daran, unter drei Stunden laufen zu können. Aber das ist ja eigentlich auch nicht unbedingt mein Ziel. Wenn es im Herbst passiert, dann reciht mir das.

Auwaldlauf Hördt

Sonntag, März 7th, 2010

Mit meiner heutigen Zeit von 39:07 min bin ich nur halbwegs zufrieden. Eigentlich hatte ich mir ein wenig mehr erwartet. Ok, die Rahmenbedingungen waren vielleicht nicht ganz optimal. Am letzen Wochenende war ich ja noch leicht krank gewesen und musste meinen Trainingsplan anpassen. Die Tempoeinheit vom Mittwoch war so auch einen Tag später als sonst, was natürlich weniger Erholung bedeutete. Immerhin haben sich die schlimmsten Befürchtungen, was das Wetter angeht, nicht bewahrheitet. In der Nacht von Samstag hatte es noch fast 10 cm geschneit. Der größte Teil ist allerdings schon am selben Tag wieder geschmolzen. So war die Strecke heute Morgen komplett schneefrei, dafür war es kalt (-3 Grad) und windig. Also alles in allem nicht gerade die besten Bedingungen.

Der Start erfolgte also um 10 Uhr bei Minusgraden aber schönem Sonnenschein, der einen nicht so frieren ließ. Auf dem ersten Kilometer hatten wir Rückenwind, den ich ein wenig ausnutzen wollte. Wie das ganze Rennen über fühlte sich mein Tempo allerdings heute viel schneller an, als es wirklich war. Für eine Zeit unter 39 Minuten hätte ich einen Schnitt < 3:54 min/km laufen müssen. Nach dem ersten Kilometer hatte ich allerdings trotz Rückenwind schon 3:57 min/km auf der Uhr. Das hat mich erst einmal verwundert. Als dann der zweite Kilometer mit teilweise Gegenwind in 4:05 min/km weg ging, hatte ich den Lauf innerlich schon abgehakt. So kam es dann wohl auch, dass ich die restlichen 8 Kilometer nie das Gefühl hatte, an der Grenze zu laufen. Es hat heute eindeutig der Mut gefehlt, alles zu geben. Bis zur Hälfte zog sich das Ganze dann so hin. Bei leichtem Gegenwind bis km 6 hatte ich zur Halbzeit 19:49 min stehen. Das wäre also eine 39:38 geworden. Nicht gut, dachte ich mir ;-) Beim Richtungswechsel ab km 6 konnten wir dann schließlich vom Rückenwind profitieren und so wurde das Rennen auch gleich wieder schneller. Ziel hatte ich leider keins mehr, die 39 Minuten waren aus der Reichweite. Auch war es ein ziemlich einsames Rennen. Ab km 2 bis zum Ende überholte ich nur einen Läufer und wurde selbst von keinem mehr überholt. Bis km 8 lief ich pausenlos in einem Abstand von ca. 10 m hinter zwei Läufern her. Kraft und Motivation hatte ich zum Überholen nicht. Erst bei km 8, als es dem Ende zuging, konnte ich einen der beiden überholen, der andere setzte sich weiter ab. Bei km 9 wollte mein Konkurrent wieder an mir vorbei ziehen und so wurde es doch noch ein schneller letzter Kilometer ;-) Die 3:38 min bis zum Ziel haben mir eine gute Zeit gerettet. Allerdings bin ich die letzten zwei Kilometer fast ausschließlich auf den Ballen gelaufen, was mir vermutlich auch die starken Wadenschmerzen im Ziel beschert hat. Noch Stunden später konnte ich kaum gehen.

Der Lauf an sich war also… naja. Dafür kann ich mich über den 15. Platz in der Gesamtwertung und über den Tagessieg in meiner Altersklasse freuen ;-) Dafür gab es hinterher noch eine kleine Ehrung mit einem Präsent. Auch ein Novum für mich. Schließlich laufe ich ja nicht um Platzierungen und bin ja eigentlich ein ehemaliger Sprinter ;-) )) Aber warum nicht. Wie auch immer, ich traue mir an einem guten Tag eine wesentlich bessere Zeit zu!!! In den nächsten Wochen geht es aber erst mal darum, die Halbmarathondistanz vorzubereiten. Der nächste Wettkampf ist dann der Berliner Halbmarathon in drei Wochen.

Winterlaufserie 3. Teil: sub3 zum ersten Mal in Reichweite!

Sonntag, Februar 7th, 2010

Das war heute sicher einer meiner wichtigsten Läufe überhaupt. Zumindest wenn man die sub3 im Marathon als Ziel nimmt. Denn zum ersten Mal habe ich heute eine Unterdistanzzeit unterboten, die für einen sub3-Marathon nötig ist. Mein Ergebnis heute: 1:20:17 h über 20 km, was immerhin einem Schnitt von 4:01 min/km entspricht! Nimmt man die Umrechnungsformeln als Grundlage, so muss man ca. 1:20:51 h laufen können. Damit war ich über 30 Sekunden schneller als die geforderte Zeit. Mindestens genauso wichtig war mir heute allerdings der Beweis, dass ich meine gute Form durch die Zahnbehandlung mit dem Antibiotikum nicht verloren habe. Wenn ich 12 Tage nach der Zahn-OP so eine Zeit hinlege, kann ich mehr als zufrieden sein. Aber jetzt zum Lauf an sich.

Das Wetter war heute Morgen optimal, ich schätze ca. 6 Grad und trocken. Leider war ein leichter Nordwind zu spüren. Am Start waren wieder etwa 700 Läufer unter anderem auch der Triathlet Normann Stadler. Ich war mir nicht sicher aber irgendwie kam mir das Gesicht bekannt vor ;-) Selten, dass sich so eine sportliche Größe nach Rheinzabern verirrt. Pünktlich wie immer um 10:05 Uhr fiel der Startschuss. Meine Strategie war auf 4:03 min/km auf der ersten Hälfte ausgelegt und sollte mit “mal sehen, was geht” auf der zweiten Hälfte fortgesetzt werden. Angegangen bin ich dann eher in 4:00 min/km aber immer mit Beachtung des Körergefühls. Die ersten 9 km lief es bei diesem Tempo sehr locker, auch wenn sich schon kurz nach dem Start meine Beine etwas leer anfühlten. Vielleicht ja noch eine Nachwirkung vom Antibiotikum. Nach ca. 9 km entstand dann eine Phase, die mich vermutlich eine Zeit unter 1:20 h gekostet hat. Nach ein paar Überholungen tat sich nach vorne eine etwa 100 m große Lücke auf. Dazu kam auf den nächsten 2 km noch der Gegenwind. Eine mittlere Katastophe also. Ein Gefühl wie alleine beim Training. In diesem Moment war ich einigermaßen frustriert. Was blieb mir also anderes übrig, als die Situation zu beobachten und mich, wenn möglich, langsam heranzutasten. Immerhin, nach 10 km konnte ich eine 40:10 verbuchen. Kilometer für Kilometer ging es so ein Stückchen voran und der Vorsprung schrumpfte. Dennoch konnte ich mein Tempo aus der ersten Runde nicht mehr ganz halten. Nach 6 km, also bei km 15, hatte ich es tatsächlich geschafft, auf die vordere Gruppe aufzuschließen. Von disem Zeitpunkt ging es auch mit den Zeiten wieder bergauf. Zwei Kilometer blieb ich in der Gruppe, dann löste ich mich von ihr. Die letzten vier Kilometer war dann Tempo machen angesagt. Alles habe ich allerdings dann nicht mehr gegeben, denn die 1:20 h waren längst außer Reichweite. Auch das Feld war so dünn zu diesem Zeitpunkt, dass es keinen Grund für einen Endspurt gab. Die zweite Runde beendete ich dann mit 40:07 min etwas schneller als die erste. Insgesamt also eine Zeit von 1:20:17 h. Ein wenig schade um die 1:20 h ist es allerdings schon. Macht aber nix, denn ab heute nenne ich mich “potentieller sub3-Läufer” :-) )) Ich denke, das Wissen, dass sub3 nun möglich ist, wird zu einem komplett anderem Trainingsgefühl führen. Ich muss mich nun zum ersten mal nicht mehr verbessern und schneller werden. Jetzt geht es nur noch darum, die Form umzusetzen.

Trotz neuer PB nicht so ganz zufrieden

Sonntag, November 1st, 2009

Naja, also… 39:35 min kann man ja eigentlich stehen lassen aber insgeheim hatte ich mir ein wenig mehr erwartet heute beim Hockenheimringlauf. Ich hatte mich eigentlich auch gut vorbereitet. Vielleicht habe ich am Dienstag dann doch einen 1000er zuviel absolviert. Gefühlt habe ich mich heute Morgen aber sehr gut und die Bedingungen waren ja nun auch nicht so schlecht. Auch von der Anfahrt her ist der Hockenheimring hier um die Ecke und das Wetter sollte auch mitspielen; eigentlich waren alle Bedingungen erfüllt für eine gute Zeit. Dieses Jahr hatte ich als Teilnehmer des 10 km-Laufs zum ersten mal die Möglichkeit, den “Doppelstart” in Anspruch zu nehmen ;-) Aufgrund der recht hohen Teilnehmerzahl von weit über 1000 wird in Hockenheim von zwei Positionen aus gestartet. Nach ein paar hundert Metern treffen dann beide Läufergruppen aufeinander. Nach dem Einlaufen entschied ich mich für den vorderen Start, der zunächst einmal ins Motodrom führte. Herrlich waren aber schon einmal die breiten Wege, auf denen man sich bestimmt nicht ins Gehege kommen würde.

Pünktlich auf die Minute kam dann auch noch zum Start die Sonne zum Vorschein. Es hatte ca. 6 Grad, eine eindeutige Angelegenheit für kurze Laufsachen ;-) Begleitet vom vorausfahrenden Satfy-Car ging es dann um 10:20 Uhr auf die Strecke. Der erste Kilometer verlief durch das Motodrom und daher etwas kurvig. Das einzige Problem bestand heute darin, die kürzeste Strecke zu finden und auf den breiten Straßen nicht unnötig Strecke zu laufen. Zu größerem Gedränge kam es nie, auch nicht bei einfädeln mit der anderen Startgruppe. Bei km 1 zeigte meine Uhr 3:58 min an, also genau die Zeit, welche ich mir vorgenommen hatte. Zunächst einmal ruhig angehen und später etwas anziehen. Aber schon jetzt fiel mir auf, dass der Forerunner immer zu viel Strecke anzeigte bzw. die Strecke tatsächlich zu lang war. Man kannes sich aussuchen ;-) Km 2 ging mit knapp 4:00 min/km etwas langsamer weg, wohl auch wegen der langen Geraden mir leichter Steigung und Gegenwind. Bis km 3 wurde ich dadurch noch einen Tick langsamer. Zur Halbzeit lag ich mit 19:49 min ganz gut, denn jetzt sollte es ja erst richtig los gehen. Leider ist mir das nicht ganz gelungen. Zwischen km 6 und km 8 habe ich auf der langen Geraden wieder ziemlich Kraft gelassen. Steigung und Gegenwind waren schon ziemlich zermürbend. Auch die Atmung wurde jetzt deutlich schwerer. An diesem Punkt begann der Kampf gegen Strecke und Uhr. Bis km 9 war ich froh, überhaupt das Tempo halten zu können. Aber wenigstens eine knappe Bestzeit wollte ich heute unbedingt laufen und das würde sehr knapp werden. 35:49 min bei km 9? Bei einer Bestzeit von 39:40 min? Das würde noch einen heftigen letzten km geben. Voller Motivation und mit letzten Kraftreserven konnte ich den letzten km in 3:46 min absolvieren: 39:35 min, 5 Sekunden besser als mein alter Rekord. Der war allerdings auf einer sehr hügeligen Strecke gelaufen. Und genau das ist der Punkt.

Am Ende war ich dann doch ganz zufrieden. Man kann ja nicht immer eine Minute schneller laufen. Allerdings, und da bin ich mir ganz sicher, ich habe eine Zeit um 39:00 min drin. Wer weiß, ob ich nicht heute schin nah dran war. Ich bin nicht so wirklich davon überzeugt, dass ich mich für 39:35 min so quälen muss. Zu denken gibt mir die Aufzeichnung des Forerunners: 10,17 km. Das wären 170 m zu viel und aus Erfahrung weiß ich, dass der Forerunner auf solchen freien Strecken ziemlich genau misst. Zweimal habe ich daheim auch noch per Google-Earth die Strecke ausgemessen: 10,14 km. Hochgerechnet ergäbe das nun eine Zeit von 39:05 min. Und das ist seltsamerweise genau die Zeit, die ich mir zutraue. Wie auch immer, es hat sich heute dennoch gelohnt. Mit ein wenig Gduld und Trainingsfleiß wird das schon werden. Außerdem bin ich ja kein 10 km-Läufer sondern Marathoni ;-)

Neue Bestzeit beim Limlauf: 1:26:41 h

Samstag, August 29th, 2009

Gut, dass ich es versucht habe! Bis heute Mittag war ich mir nicht sicher, ob das gut gehen würde, da ich mich immer noch nicht zu 100% fit gefühlt habe. Gegen drei Uhr Nachmittags sind wir dann aber doch in Richtung Limbach aufgebrochen. Die Gegend dort ist mir völlig unbekannt, ich glaube im Saarland war ich noch nie ;-) Aber für eine schnelle Strecke (laut Ausschreibung) fährt man gerne mal 250 km. Neben meinem Gesundheitszustand war heute allerdings auch das Anfangstempo ein Problem. Wie schnell sollte ich angehen? Insgeheim liebäugelt ich mit einer 4:02 min/km oder darunter. Das Wetter passte mit 20 Grad und Sonnenschein ja auch. Andererseits war ich ja nicht wirklich fit. Beim Einlaufen konnte ich mir zunächst einmal einen Überblick über die Strcke verschaffen. Ganz so flach zeigte sich der Rundkurs dann doch nicht und leider war es auch ein wenig zu windig für meinen Geschmack. Auch der Wendepunkt, den wir vier Mal durchlaufen mussten, gefiel mir nicht wirklich. Als es dann um 17:30 Uhr los ging, hatte ich mich tatsächlich auf 4:02 min/km eingeschossen und konnte dies auch die ersten 3 km gut halten. Zwischen km 3 und km 4 lag der Wendepunkt und ohne, dass es mir aufgefallen wäre, sackte meine Kilometerzeit plötzlich auf 4:30 min/km ab! Was war passiert? Ich konnte mir dies zunächst nur durch eine völlig falsch ausgeschilderte Strecke erklären und hoffte, dass sich die Ungenauigkeiten über die gesamte Distanz ausgleichen würden. Verwirrt war ich jedoch schon jetzt einigermaßen. Zum Ende der ersten Runde ging es nun ein wenig bergab, eben den Teil, den es bis zum Wendepunkt aufwärts ging. Als es zum zweiten Mal Richtung Wendepunkt ging, verspürte ich auf einmal ein unangenehmes Ziehen in der Seite: Seitenstechen! Nicht schon wieder! Hatte es mit den Getränken zu tun, mit der Steigung, war ich zu schnell angegangen? Ich vermute von allem ein bisschen. Da sich auch meine Kilometerzeiten bis zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gesbessert hatten, sondern knapp unter 4:10 min/km schwankten, war das Rennen hier eigentlich schon gelaufen. Lust verspürte ich irgendwie nicht mehr so wirklich und von meiner Traumzeit hatte ich mich auch schon innerlich verabschiedet. Der Rest des Rennens ist leicht erzählt. Quälerei bis hin zum Wendepunkt und danach der Versuch beim Gefälle etwas Zeit gut zu machen. Immer wieder versuchte ich an die 4:00 min/km heranzukommen, aber heute gelang es mir einfach nicht mehr. Die Kraft fehlte ein bisschen und wohl auch die Motivation an meine Grenzen zu gehen. Die ungenauen Kilometerangaben taten ihr übriges. Vermutlich hätte ich heute einfach frei nach Gefühl laufen und mich nicht von den Markierungen verunsichern lassen sollen. Dennoch bin ich auch im Nachhinein davon überzeugt, dass die Strecke ein klein wenig zu lang war, denn ich habe sie über Google-Earth nachgemessen.
Am Ende stand für mein zwar eine neue Bestzeit auf dem Konto (mit einem Schnitt von 4:06 min/km) und ein guter 23. Platz aber eben auch ein nicht ganz gelungener Versuch eine adequate Zeit für einen sub3-Marathon zu laufen. Hierzu fehlen mir noch ca. 1 - 1,5 Minuten. Eigentlich sollte ich nicht traurig darüber sein, denn ich bin in guter Form und sollte in Berlin eine Top-Zeit laufen, auch wenn es nicht unter 3 Stunden reichen wird. Das habe ich einfach noch nicht drauf, auch wenn ich es insgeheim gehofft hatte. In Berlin muss ich versuchen, mein Tempo zu finden, damit es nicht ein so unrunder Lauf wird wie heute. Als Ziel setze ich mir nun sub 3:05 h. Das sollte bei normalen Bedingungen absolut drin sein. Und wenn ich bis dahin körperlich wieder topftit bin, dann sehen wir mal, was noch so geht.

So, nun geht es auf die Hördter Kerwe, die neue PB mit ein paar Biechen feiern  ;-)

Brüder-Grimm-Lauf 2009: Es ist vollbracht!

Montag, Juni 8th, 2009

Nach drei anstrengenden Tagen und fünf Läufen zwischen ca. 14 und 18 km sind wir endlich wieder zu Hause. Es war anstrengend - schlimmer als ein Marathon - aber es hat sich absolut gelohnt! Es war eine völlig neue Erfahrung. Vor allem das zweimalige Laufen am Tag stellte für mich eine besondere Herausforderung dar. Auch hatte ich ja keine Vorstellung davor, in welchem Tempo man so einen Etappenlauf angehen sollte. Im Hinterkopf schwebte mir das Marathontempo von 4:24 min/km vor. Ganz dürfte ich diesen Schnitt am Ende nicht geschafft haben, aber bei diesem Streckenprofil ist das wohl auch kein Wunder. Am Ende war es richtig hart und ich war eigentlich nur noch froh im Ziel zu sein. Zu den Zahlen: Mein FR hat eine Gesamtstrecke von 78,83 km ausgemessen, der Veranstalter gibt eine Streckenlänge von 82 km aus. Wie auch immer, mit einer Zeit von 5:51:44 h hat es immerhin für Platz 53 von knapp 500 Teilnehmern gereicht. Hier meine ausführlichen Berichte:

Freitag 05.06.2009, Rotkäppchen-Etappe von Hanau nach Niederrodenbach:

laufen-05062009-hohe-distanz.jpg

Freitag Mittag sind wir in Erwartung des üblichen Freitagnachmittagsverkehrs recht früh losgefahren und hatten dadurch die Formalitäten recht schnell erledigt. Es blieben noch drei Stunden bis zum Start, die wir in der Innenstadt von Hanau in dieversen Gaststätten verbrachten. Für die erste und einzige flache Etappe hatte ich mir vorgenommen, ganz leicht schneller als das Marathontempo zu laufen, maximal 4:15 min/km. Vor diesen 15 km war mir absolut nicht bange, denn ich durfte und musste ja mit angezogener Handbremse laufen. Es würde also nicht mehr als eine lange Tempoausdauereinheit werden. Als der Start pünktlich um 17:30 Uhr auf dem Marktplatz erfolgte stürmten wir alle dann auch gleich in einem viel zu hohen Tempo nach vorne. Immer wieder musste ich mir sagen: Mach langsam, heute ist erst der Anfang! Dennoch lief ich weniger gegen die Uhr als nach meinem Tempogefühl. Das Tempo sollte fordernd aber nicht hart sein. Am Ende konnte ich sagen, dass ich zu keinem Zeitpunkt des Laufs müde Beine hatte. Die Strecke war vollständig aspahltiert und führte über diverse Fahrradwege neben Straßen und durch Waldgebiete. Das Wetter spielte heute auch mit, es dürften knapp unter 20 Grad bei Sonnenschein gewesen sein. Im Ziel in Niederrodenbach stoppte die Zeit bei 1:04:19 h, ein Schnitt von 4:10 min/km. Ich war selbst überrascht, wie wenig Probleme ich bei dem doch recht hohen Tempo hatte. Allerdings befürchtete ich natürlich in den nächsten Tagen enorme Probleme zu bekommen, weil das heute mehr Halbmarathontempo war als Marathontempo. Hoffentlich würde sich das nicht noch rächen. Ingesamt reiche es heute für den 64. Platz.

Nach dem Lauf ging es gleich weiter ins Hotel A66 in Gelnhausen. Da es dort auch einen Italiener gab, nahmen wir dort natürlich auch gleich unser kohlenhydratreiches Abendessen zu uns und fielen hinterher ziemlich müde ins Bett

Samstag 06.06.2009, Dornröschen-Etappe von Niederrodenbach nach Neuenhasslau

laufen-06062009-hohe-distanz.jpg

Die Nacht war kurz und unruhig. Wie immer war ich total nervös und lag mit Herzklopfen im Bett. Naja, 5 Stunden Schlaf müssen heute einmal ausreichen. Körperlich fühlte ich mich eigentlich ganz gut. Kein Wunder, war ja auch kein richtiger Wettkampf gestern ;-) Heute sollte die Strecke wesentlich schwieriger weil hügeliger werden. Auch der Blick aus dem Fenster war nicht gerade erbaulich: Regen, Regen, Regen bei Temperaturen unter 10 Grad. Was also anziehen? Ich entschied mich für die längere Variante.

Nach einem sehr guten Frühstück - vermutlich wieder einmal viel zu viel - machten wir uns auf nach Niederrodenbach, wo es immer noch wie in Strömen regnete. So wenig Lust wie in diesem Moment hatte ich wohl in keinem Moment an disem Wochenende. Als es auf die Strcke ging, waren dise Sorgen allerdings schon wieder vergessen. Die Aufmerksamkeit war nun auf die Beine gelenkt. Fühlte sich das komisch an! Das Tempo von 4:24 min/km war anfangs zwar absolut haltbar aber die Beine waren schon etwas leer. Die Etappe sollte zwar nur 14 km lang sein, dafür erwartete uns aber ein steiger Anstieg bis ca. km 8. Da die Strecke auch noch über Waldboden ging, dauerte es nur wenige Minuten bis man keine Lust mehr hatte, den Pfützen und dem Schlamm auszuweichen. Eine Steigung hatte es besonders in sich; sie war so steil, dass traben kaum noch möglich war. Seit dem heutigen Lauf weiß ich jedenfalls, dass man am Berg nicht versuchen sollte, Zeit gut zu machen. Das kostet zu viel Kraft. Man braucht einfach Geduld und sollte nicht auf die Zeit schauen. Irgendwann geht es auch wieder abwärts. So ging es dann die letzten 4 km auch stetig nach unten, so dass man noch ein wenig Zeit gut machen konnte. Völlig durchnässt und etwas schockiert ob der Tatsache, dass ich meinen angepeilten Schnitt mit 4:26 min/km bereits beim zweiten Lauf verfehlt hatte, kam ich nach 1:00:34 h in Neuenhasslau an, wo auch schon meine Frau auf mich wartete. Schnell packten wir die Sachen und ab ging es ins Hotel duschen. Lust auf den Nachmittag hatte ich in disem Moment absolut Null. Immerhin heute Platz 64 und insgesamt Platz 59.
Samstag 06.06.2009, Schneewittchen-Etappe von Neuenhasslau nach Gelnhausen

laufen-06062009-hohe-distanz.jpg

Vor dieser Etappe war meine Stimmung wirklich auf dem Tiefpunkt. Nach der Regenschlacht von heute morgen stand mir der Sinn nach allem anderen als Laufen. Über Mittag hatte ich mich zwar ein wenig ausgeruht aber an Schlaf war auch nicht zu denken. So haben wir noch einen kleinen Einkaufsbummel gemacht und den Rest der Zeit im Hotel verbracht. Immerhin hatte es inzwischen aufgehört zu regnen. Beim Warmlaufen in Neuenhasslau war ich mir ziemlich sicher, dass ich dei folgende Etappe nicht überstehen würde. Ich fühlte mich dermaßen schlapp und hatte Schmerzen in den Achillessehnen, Hüfte und Leiste. Das konnte ja nicht gut gehen. Zumindest nicht mehr in diesem Tempo. Um 16:30 Uhr ging es dann los auf die wiederrum hügelige Strecke. Die ersten Kilometer verliefen erstaunlich gut, bevor es wieder kilometerlang leicht nach oben ging. Diesmal versuchte ich keinen Druck mehr zu machen, was ganz gut gelang. So ein Lauf ist ja lang. Der folgende kilometerlange Abstieg fühlte sich eigentlich ganz angenehm an. Nicht zu steil, genau richtig um schön flott zu laufen, ohne sich groß anstrengen zu müssen. Schlimm empfand ich dann nur die letzten drei, vier Kilometer als die Beine doch ganz schön schwer wurden. Im Stadion in Gelnhausen kam ich dann genau mit meiner Wunschgeschwindigkeit von 4:24 min/km an. 1:08:47 h für 15,59 km. Platz 62 und insgesamt Platz 60. Inzwischen war meine Laune auch wieder deutlich besser. Für den morgigen Tage würde ich mir auch vornehmen, nicht mehr ganz so auf die Zeiten zu schauen. Der Kräfteschwund war heute schon deutlich spürbar. Jetzt ging es mir erst einmal ums ankommen.

Abends im Hotel kam zunächst einmal die große Müdigkeit. Eiegntlich wollten wir um 20:00 Uhr zur Läuferparty in die Stadthalle Gelnahausen gehen. Die Nudeln waren schließlich bezahlt. Leider sind wir beide eingeschlafen und als wir aufwachten, war es schon zu spät und wir so faul, dass wir nur noch kurz nach unten zum Italiener gegangen sind

Sonnatg 07.06.2009, Frau Holle-Etappe von Gelnhausen nach Wächtersbach

laufen-07062009-hohe-distanz.jpg

Die Königsetappe! Heute sollte es richtig weh tun… hörte man so im Vorfeld. Die heutige Nacht war besser, kein Wunder nach den ganzen Strapazen vom Vortag. Dennoch bekam ich wieder nicht mehr als 6 Stunden Schlaf. Das Frühstück war auch wieder zu spät und zu viel und so lag mir das Essen am Start noch ziemlich im Magen. Heute störte mich das allerdings weniger, denn ich wollte extrem vorsichtig angehen. Bis km 6 steig leicht aufwärts. Mein Schnitt lag nur bei knapp unter 5 Min/km. Danach ging es zwei Kilometer bergab, der Schnitt verbesserte sich auf 4:45 min/km. Aber dann kam wirklich der Hammer! Bis km 11,5 gab es zwei Mörderanstiege, die nur ganz langsam erklommen werden konnten. Bloß keine Kräfte vergeuden hieß die Devise. Viele Läufer sind hier auch einfach gegangen. Was war ich froh, als wir oben angekommen waren! Der Schnitt war wieder knapp unter 5:00 min/km gesunken. Der folgende Abstieg war aber auch nicht viel besser. Ich konnte kaum noch bremsen und wurde immer schneller und das auf dem matschigen Waldboden. Ein Wunder, dass hier niemand gestürzt ist. Abends hatte ich von dieser Bremserei ziemliche Schmerzen neben dem Schienbein. Eigentlich ging es bis zum Ziel nur noch abwärts. Insgesamt fiel mir die 4. Etappe aber nicht so arg schwer und so schlimm, wie manche sie darstellen, ist sie auch gar nicht. Man muss nur Geduld am Anfang haben. Aufgefallen ist mir auch, dass mein Puls nicht mehr richtig hoch ging. Trotz der vielen Steigungen. Vielleicht war ich zu langsam ;-) Dennoch erreichte ich heute Morgen Platz 54 und konnte mich in der Gesamtwertung auf den 53. Platz verbessern. Scheinbar erging es heute einigen anderen wesentlich schlechter als mir. Ergebnis: 16,71 km in 1:17:20, Schnitt 4:37 min/km

Sonntag 07.06.2009, Hänsel und Gretel-Etappe von Bad Orb nach Steinau an der Straße

laufen-07062009-hohe-distanz.jpg

Über Mittag mussten wir mit dem Auto von Wächtersbach in den Kurort Bad Orb fahren. Das Wetter war inzwischen richtig angenehm und sonnig. So saßen wir eine ganze Weile vor der dortigen Turnhalle und genossen die Pausenverpflegung. Den Rest der Zeit verbrachten wir mit kurzen Spaziergängen und Lesen im Auto. Inzwischen tat mir wirklich jede Stelle am Körper weh, aber da aich mir keinen Druck mehr machte, fürchtete ich die Schlussetappe auch nicht mehr wirklich. Noch 18 km und dann war es vorbei. Eine kurze, starke Steigunga am Anfang und dann flacher Streckenverlauf. Das sollte eignetlich kein Problem sein. Vielleicht würde ich auch nochmal eine Zeit unter 4:30 min/km hinlegen können.

Pünktlich zum Start begann es leider wieder zu regnen und das obwohl ich zum ersten Mal an diesem Wochenende die ganz kurzen Sachen ausgepackt hatte. Nach einem Kilometer ging es dann tatsächlich eine unendliche 1,3 km lange Steigung nach oben mit einem Höhenunterschied von 150 Metern. Am Gipfel hatte ich nur noch einen Schnitt von 5:21 min/km! Das war richtig heftig und würde sich am Ende wirklich rächen. Bergab konnte ich wieder aufholen auf einen Schnitt von 4:33 min/km. Aber dann war es auch schon recht bald vorbei mit den guten Vorsätzen. Spätestens ab km 8 waren die Beine so leer, dass fast nichts mehr ging. Jeder Hügel, jede Beschelunigung war ein reiner Kraftakt. Und das erging allen so. Überholvorgänge dauerten Minuten und wenn jemand an einem selbst vorbeiziehen wollte, hatte man keine Kraft mehr mitzuziehen, obwohl man wollte. Immerhin bin ich nicht wirklich eingebrochen und konnte in Steinau unter lautem Getöse das Ziel mit einem Schnitt von 4:36 min/km erreichen. Wobei ich tatsächlich die letzten beiden Kilometer nochmals schneller geworden bin. Ich glaube, ich wollte nicht noch überholt werden ;-) Ganz am Ende hat es dank der tollen Zuschauer sogar noch zu einem Endspurt gereicht. Endlich angekommen dachte ich mir nur noch. 17,48 km in 1:20:29 h. Platz 54, insgesamt 53.

Abschließend kann ich sagen, dass es unendlich viel Spaß gemacht hat. Aber es ist auch eine große Qual. Man muss oft mit sich selbst kämpfen, zumindest wenn man an seine Grenzen gehen möchte. Ich weiß nicht, ob ich noch einmal bei diesem Lauf starten werde, denn heute tut mir alles weh ;-) Und es ist ein enormer organisatorischer Aufwand. Vielleicht mache ich das ganze auch wirklich nur mal zum Spaß, ganz ohne Zeitambitionen. Ich kann diesen Lauf aber jedem nur empfehlen, man muss einfach mal dabei gewesen sein. Man trifft viele nette Leute und fährt mit einem befriedigenden Gefühl nach Hause.

Hitzeschlacht und neue Bestzeit!

Sonntag, Mai 24th, 2009

Es ist vollbracht! 3:09:24 h bei sehr unangenehmen Temperaturen und knallender Sonne! Natürlich bin ich zu schnell angegangen und auf der zweiten Hälfte langsamer geworden, wie könnte es auch anders sein ;-) Aber das ist heute vermutlich jedem so gegangen. Von daher bin ich ziemlich stolz auf diese Zeit, die immerhin über 5 Minuten besser ist als meine alte Bestleistung. Und das bei diesen Bedingungen!

Hier mein Laufbericht:

folgt in den nächsten Tage

img_2590_resize.JPG img_2585_resize.JPG img_2578_resize.JPG img_2567_resize.JPG img_2540_resize.JPG img_2537_resize.JPG img_2532_resize.JPG img_2530_resize.JPG img_2529_resize.JPG img_2527_resize.JPG img_2516_resize.JPG img_2515_resize.JPG

sub40 in Potsdam!!!

Sonntag, April 19th, 2009

Fast unglaublich und nicht geplant aber doch wahr: Heute bin ich beim Haveluferlauf in Potsdam mit 39:47 min meine erste Zeit unter 40 Minuten gelaufen! Das ist natürlich absolute Bestzeit und war wie gesagt überhaupt nicht vorhersehbar. Aber der Reihe nach…

Während unseres Kurzurlaubs in Berlin stand am Sonntag der 10 km-Vorbereitungswettkampf auf meinem Trainingsplan. Da traf es sich natürlich ganz gut, dass in Potsdam der Haveluferlauf stattfand. Soweit ich mich informieren konnte, sollte die Strecke ziemlich flach und landschaftlich schön sein, immer entlang der Havel auf einer Wendestrecke. Ein wenig Sorgen bereitete mir nur dass Wetter, es sollte zwar sonnig, dafür aber kühl und windig werden. Ostwind. Das würde auf den ersten 5 km Gegenwind und zurück Rückenwind bedeuten. Nicht optimal, aber abwarten. Manchmal kommt es ja ganz anders, als man denkt. So war ich dann auch nach der Anreise per U-Bahn/Strassenbahn positiv überrascht, wie warm sich doch 10 Grad in der prallen Sonne anfühlen konnten. Damit war es ganz klar ein Lauf für kurze Sachen. Der Wind wehte zwar spürbar aber darüber machte ich mir jetzt erst einmal keine Sorgen mehr.

Los ging es um 10:30 Uhr im Stadion von Lok Potsdam, wobei die ersten 500 m auch dort gelaufen wurden, ebenso wie die letzten 500 m. Vorgenommen hatte ich mir, in etwa 4:06 min/km anzugehen, was heute auch ganz gut klappte. Aber schon der zweite km war schneller bis km 5 näherte ich mich der 4 min/km-Marke an. Ganz im Gegensatz zum letzten 10er, bei dem ich schon nach 3 bis 4 Kilometern zu kämpfen hatte, fühlte ich mich heute richtig wohl. Die Strecke war top ausgebaut und absolut eben. Auch der Wind war nicht mehr wirklich spürbar. Besser noch, es fühlte sich fast so an, als ob es leicht abwärts gehen würde. Jedenfalls muste ich ein wenig aufpassen, es mit dem Tempo nicht zu übertreiben. Bei km 5 hatte ich eine Durchgangszeit von 20:16 min und fühlte mich noch immer gut. Ein sehr gutes Zeichen, denn das deutete auf eine tiefe 40er-Zeit hin. Bis km 8 verlor ich nur eine Sekunde und ich fragte mich: “warum versuchst Du es heute nicht einfach. Gib einfach mal ein bisschen mehr Gas auf den letzten zwei Kilometern!” Gesagt getan, nach 32:17 min bei km 8 zog ich das Tempo spürbar an und kam bei km 9 nach 36:02 min an. Spätestens jetzt wusste ich, wenn nicht heute, wann dann? An einem Einbruch war nicht zu denken, ich konnte das hohe Tempo von ca. 3:45 min/km gut halten. Jetzt kamen die letzten 800 m, die zugegeben etwas hart waren. Ich weiß nicht, ob ich das Tempo bis zum Ende durchgezogen hätte, wäre da nicht die Aussicht auf eine 39er-Zeit gewesen… Dann ging es wieder ins Stadion, die letzten 500 m. Bei 400 m wusste ich mit absoluter Sicherheit, dass es reichen würde. Ich müsste schon mehr als stolpern, wenn ich diesen Vorsprung noch einbüßen sollte. Dennoch zog ich zur Sicherheit das Tempo bis zum Ende durch und konnte mich im Ziel dann üebr eine 39:47 min freuen.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich das realisiert habe: sub40! Das war überhaupt nicht geplant und ich war mir fast sicher, dass ich dazu nicht in der Lage sein würde. 40:30 min vielleicht, aber sub40? Damit hätte ich nie gerechnet. Andererseits passt jetzt endlich einmal meine 10er-Zeit zu meinen Halbmarathonzeit. Wenn man das jetzt auf den Marathon umrechnet, würde eine Zeit zwischen 3:05 und 3:10 min herausspringen. Das ist schon verdammt nahe an der 3h-Grenze. Nach diesem Lauf bin ich wirklich guter Dinge, die sub3 vielleicht nächstes Jahr knacken zu können. Heute Abend wird aber erst einmal die sub40 gefeiert!