43:32 min… neue Bestzeit am letzten Tag des Jahres!!!
Montag, Dezember 31st, 2007Das harte Training in den letzten Wochen hat sich gelohnt! Und die Zeit ist sogar noch ein wenig besser geworden, als ich mir erhofft hatte. Trotz nicht ganz idealer Bedingungen…
Schon auf der Fahrt nach Backnang habe ich mich gefragt, wie es hier eine ebene Strecke geben soll, mitten in den Bergen. Dort angekommen, traf mich erst einmal der Schlag. Der Start- und Zielbereich bestand aus einer ziemlich üblen, ca. 300 m langen Steigung, die vier mal zu überwinden war, da der Kurs über vier Runden á 2,5 km gehen sollte. Wie sollte ich hier eine gute Zeit laufen? Am liebsten wäre ich gleich wieder nach Hause gefahren. Wenigstens war die Organisation optimal und die Anmeldung ging recht flott von statten. Danach setzten meine Frau und ich uns noch in ein kleines Eiscafe, um die zwei Stunden bis zum Start hinter uns zu bringen.
Beim Start hatte ich dann bereits alle Pläne aufgegeben, und mich von meinem geplanten 4:25er Schnitt verabschiedet. Einfach drauf loslaufen und schauen, was geht, war jetzt meine Devise. Jedenfalls war für ordentlich Stimmung an der Strecke gesorgt; bis auf Berlin habe ich selten so viele Menschen bei einem Lauf gesehen.
Der Startschuss erfolgt und ich renne gleich wie ein blöder den Berg hoch. Mein Forerunner zeigt einige Minuten lang eine Durchschnittsgeschwindigkeit von unter vier Minuten an. Das kann zwar nicht sein, aber andererseits kann ich es auch kaum einschätzen, da es keine Kilometermarkierungen gibt. Nach der ersten Runde bleibt die Zeit bei 10:37 min stehen. Viel zu schnell! Das ergäbe eine 42:28, ein Schnitt von 4:15. Also heißt es erst einmal das Tempo reduzieren und gerade jetzt am Hang Kraft sparen. Dennoch läuft es erstaunlich gut und als ich die zweite Runde mit knapp über 11 Minuten beende, weiß ich, da geht etwas! Nur nicht übertreiben, du musst noch zweimal diesen abartigen Berg hinauf. Und schon jetzt hast du deinen höchsten jemals gemessenen Puls um einen Schlag auf 174 “verbessert”…
Die dritte Runde dann wieder unter 11 Minuten, aber die Steigung haut diesmal wirklich rein. Die Beine werden ziemlich schwer. Nur noch eine Runde. Es müsste unter 44 Minuten gehen, ich darf nur nicht langsamer werden. Ich versuche nun eher noch einen Tick schneller zu laufen und schön langsam macht sich die Gewissheit breit, dass ich nicht einbrechen werde, sondern dieses Tempo bis zum Schluss durchhalten kann. Ein letztes Mal sprinte ich den Hügel hoch, was erstaunlich gut klappt. Die Aussicht auf das Ziel setzt noch einmal enorme Kräfte frei. Die feiernden und schreienden Menschen höre ich jetzt nur noch wie in Trance. Ich weiß, die Uhr wird unter 44 Minuten stehen bleiben. Und das auf dieser Strecke… 43:32 Minuten. Absolute Bestzeit über 10 km. Mehr als 2,5 Minuten besser als meine alte! Der absolute Wahnsinn, eine Traumzeit für mich.
Tja, das war ein würdiger Abschluss für das Jahr 2007. Das Jahr, in dem ich vom Sprint zur Ausdauer gewechselt bin. Im Februar bin ich meinen ersten 10er in 48:35 min gelaufen, danach meinen ersten Halbmarathon unter zwei Stunden (später 1:41:31 h), und meinen ersten Marathon deutlich unter vier Stunden. Das neue Jahr kann kommen!
Ich gehe jetzt erst einmal feiern und wünsche allen einen guten Rutsch und ein glückliches neues Jahr 2008!