Das alte Jahr ist nun zu Ende und meine sportlichen Ziele habe ich durchwegs erreicht. Als ich im Februar mit dem Sprinttraining aufgehört habe, ging es mir zunächst einmal nur um den Spaß am Laufen und darum, meine 18 Jahre alte 10km-Bestleistung von 48:37 min zu verbessern. Vor allem aber wollte ich endlich das tun, was mir Spaß macht. Ein Ausdauerlauf fordert mich doch körperlich und psychisch viel mehr als ein Sprinttraining. Aufgefallen war mir das schon seit langer Zeit, aber die Konsequenzen habe ich erst gezogen, als die Leistung im Sprintbereich nicht mehr stimmte. Von Spaß am Training konnte man schon länger nicht mehr sprechen. Wenn, dann waren es die Tempo- oder Waldläufe, die mir Spaß gemacht haben.
Nach ca. vier Wochen Training konnte ich dann beim Hördter Auwaldlauf tatsächlich meine 10km-Bestzeit um 2 Sekunden verbessern
Und dann wollte ich plötzlich mehr, aber alles noch ohne konkrete Trainingsplanung.
Durch umhersurfen im Internet kam ich irgendwie auf den Berliner Halbmarathon Anfang April. Es reizte mich, immer längere Strecken zu laufen. Mit nur drei Läufen mit einer Gesamtlänge von über 10 km (max. 17 km), gelang es mir auf Anhieb, die 21,1 km unter zwei Stunden zu laufen (1:53:12 h). Auf der Heimfahrt legte ich dann sozusagen den Grundstein für meine weitere Läuferkarriere. Das kurz vor der Abfahrt gekaufte Buch über den Marathon, las ich fast komplett durch und der Wunsch, einmal einen Marathon zu laufen wurde immer größer, bis ich mich schließlich noch im April für den Berlin-Marathon im September anmeldete.
Zunächst wollte ich jedoch an meiner Grundschnelligkeit feilen und über lange Läufe die Grundlage für den Marathon schaffen. Die langen Läufe steigerte ich langsam von 20 km auf 30 km, wobei mir die Kilometer zwischen 23 und 26 enorm schwer fielen. Meinen ersten 30er bei über 30 Grad Hitze, habe ich kaum durchgestanden. Zudem machte ich im April/Mai den Fehler, zu schnell zu viel zu wollen und so lief nicht alles so, wie ich es wollte. Einen richtigen Sprung nach vorne machte ich erst im Juli, nach unserem Urlaub in Ungarn, in dem ich mir ein wenig Pause gönnte. Beim Mitternachtslauf in Albersweiler konnte ich auf einer extrem bergigen Strecke (8,2 km) eine Zeit von 38:27 min erzielen, was auf 10 km hochgerechnet 46:53 min ergibt.
Nur eine Woche später ging es an die 10 wöchige Marathonvorbereitung für Berlin. Ich konnte ohne größere Probleme die Trainingsvorgaben für eine Zielzeit von 3:30 h erfüllen und auch die langen Läufe bis auf 35 km steigern. Auch meine Bestzeiten über 10 km und den Halbmarathon verbesserte ich auf 46:08 min bzw. 1:41:31 h. Spätestens nach diesem Halbmarathon war mir klar, dass ich mein großes Ziel erreichen konnte: Den Marathon durchstehen und wenn möglich unter vier Stunden bleiben. Ein recht großes gesundheitliches Problem ergab sich allerdings zwei Wochen vor dem großen Tag, als ich nach meinem letzten langen Lauf Hüftprobleme bekam, die ich nur mit viel Voltaren bekämpfen konnte. Diese Hüftschmerzen habe ich noch heute. Der Marathon lief dann aber wie geplant. Aus der Zielzeit von vier Stunden wurde eine 3:49:46, wobei ich noch längst nicht am Limit war. Somit stand das Ziel für die nächsten Jahre im Prinzip schon fest: 3:00 h im Jahr 2010
Naja, schaun mer mal…
Die nächsten Wochen waren dann wieder von leichter Übermotivation gekennzeichnet, zu schnell wollte ich wieder zu viel und es gab Tage, an denen ich mich fragte, wo die Form geblieben ist. So ein Marathonlauf hinterlässt anscheinend seine Spuren. Auch mit der Hüfte hatte ich immer wieder zu kämpfen und musste zwei geplante 10 km-Wettkämpfe absagen. Aber meiner Zeit über 10 km wollte ich dieses Jahr unbedingt noch verbessern und so nahm ich mir den Silvestertag für dieses Ziel vor. In den 7 Wochen Training zog ich das Tempo gerade bei den Tempoläufen noch ein wenig an und erreichte am 31.12.2007 dann tatsächlich eine Fabelzeit von 43:32 min in Backnang. Und das trotz bergiger Strecke.
Mein Sportjahr 2007 war also ein voller Erfolg. Das Sprinttraining vermisse ich in keinster Weise und ich vergleiche mich auch nicht mehr mit anderen Sportlern, sondern trainiere für mich. Ein Zurück ist daher für mich undenkbar, gerade weil ich für die nächsten Jahre noch große Ziele habe.
Zum Abschluss noch eine Grafik über meine Laufkilometer in diesem Jahr, insgesamt waren es 2508 seit Februar.