Heute fühle ich mich wie im zweiten Frühling
Die perfekte Zeit über die 20 km und die frühlingshaften Temperaturen lassen ja auch nichts anderes zu. 1:28:20 h, das sind auf dem Halbmarathon hochgerechnet 1:33:10 h. Abert daran denke ich erst in 8 Wochen in Berlin…
Dabei hatte ich heute Nacht wieder wenig und überhaupt nicht gut geschlafen. Mit Schlafmangel und einem vollem Bauch vom Frühstück (esse immer zu viel…) fuhren wir also nach Rheinzabern. Das Wetter war super, knappe 10 Grad und Sonne pur. Also einfach einmal schauen, was geht.
Wie immer erfolgt der Start fast pünktlich, und dieses Mal stehe ich auch wesentlich besser als letztes Mal. Die wenigen Meter, die ich nach dem Startschuss “gehen” muss, kann man fast vernachlässigen. Mit 4:31 min auf dem ersten Kilometer treffe ich mein Tempo fast auf die Sekunde genau. Die nächsten Kilometer laufen sich allerdings gefühlsmäßig nicht so leicht wie vor vier Wochen, sind aber trotzdem alle leicht unter meinem geplanten Schnitt. Irgendwie kommt es mir teilweise so vor, als ob ich in den letzten Wochen zu viel trainiert habe und das Wissen, dass so ein 20er am Schluss richtig hart werden kann, macht es nicht gerade besser. Nach 10 Kilometern stoppe ich eine Zeit von 44:31 min und seltsamerweise beginnern gleich danach meine ersten richtigen Zweifel. “Erst die Hälfte”, geht mir durch den Kopf. Zwischen km 10 und km 12 bin ich mir dann wirklich nicht mehr sicher, ob ich das Tempo bis zum Schluss halten kann. Die Beine sind erstaunlich schwer und die vielen Steigungen bei den Unterführungen setzen mir zu. Ohne Zeitverlust erreiche ich dann aber die 15 km-Marke, die ich mit 1:06:35 um drei Sekunden schneller durchlaufe als die Endzeit bei meinem 15er vor vier Wochen! Das gibt Auftrieb. Ab diesem Zeitpunkt läuft es nämlich wieder richtig gut und auf den letzten Kilometern gelingt es mir zum ersten Mal seit langem, meine Gedanken ganz konzentriert beim Laufen zu halten. So etwas habe ich wirklich nur extrem selten erlebt. Mit Zeiten von 4:18 min und 4:10 min auf den letzten beiden Kilometern kann ich das Tempo sogar noch locker forcieren, ohne total ausgepowert im Ziel anzukommen. Und dann bin ich erst einmal sprachlos. Ich war nicht einmal an meiner absoluten Grenze. Ok, es war ein hartes Stück Arbeit, aber das noch vorhandene Potential ist deutlich zu spüren. Im Moment bin ich einfach nur happy, mit dem, was ich in nur einem Jahr erreicht habe und sehr, sehr zuversichtlich, meine ganz großen Ziele irgendwann zu erreichen. Diese bleiben vorerst allerdings geheim
Zum Abschluss gab es dann wie fast immer Kaffee und Kuchen und zur Feier des Tages geht es heute Abend noch zum “örtlichen Griechen”. Nächste Woche ist Regeneration angesagt und dann beginnt es, das Training für den Marathon in Würzburg.



