Die Zeit ist natürlich super, aber irgendwie bin ich dennoch nicht so richtig zufrieden. Was will ich eigentlich mehr, die eigene Bestleistung um knappe 1,5 Minuten zu verbessern kommt auch nicht alle Tage vor! Aber insgeheim habe ich wohl doch mit einer 41er-Zeit gerechnet und vielleicht wäre diese auch zu erreichen gewesen, hätte ich am Start nicht den Fehler begangen, viel zu schnell loszulaufen. Und dann habe ich es auch noch fertig gebracht, meinen Forerunner falsch zu bedienen, was mich völlig aus dem Konzept gebracht hat. Vielleicht stört es mich auch etwas, dass ich diesmal an meine Grenzen gehen musste und seit langem am Ende des Laufes das Gefühl hatte, nicht mehr zulegen zu können… und trotzdem keiner 41er-Zeit ;-( Aber der Reihe nach…
Seltsamerweise fand der Start heute nicht an der Schulhalle statt, sondern eher im Ort direkt, was zunächst einmal für Verwirrung gesorgt hat. Vermutlich lag das daran, dass mit uns 10 km Läufern auch noch die Halbmarathonis auf die Strecke gingen. Vom Prinzip her handelte es sich dann aber doch um fast die gleiche Strecke wie bei der Winterlaufserie. Die Anmeldung ging wieder einmal flott vonstatten und auch das Kuchenbuffet wurde vorneweg um fünf Stücke für den Abend geplündert
Ansonsten war ich sehr gelassen, hatte kein optimales aber auch kein schlechtes Gefühl. Geplant war eine Zeit um die 42:30 min, entsprechend einer Kilometerzeit von 4:15 min.
Pünktlich um 13:50 Uhr erfolgt dann der Start und nach kurzer Behinderung meine ich meinen Rhythmus gefunden zu haben. Das Problem dabei ist nur, dass ich das Tempo überhaupt nicht einschätzen kann, bei Kilometer 1 mit 4:00 min durchlaufe und mich dabei auch noch locker fühle. 4:00 min? Das geht heute aber gut, das wären ja 40 Minuten! Dennoch lieber mal langsam machen, 10 Kilometer sind lang. Auf den nächten Metern bleibt mein Schnitt laut Forerunner stets bei 4:00 min/km, ohne Veränderung. Seltsam. Irgendwann bemerke ich dann, dass ich statt der Lap-Taste die Start/Stop-Taste gedrückt hatte und die Uhr nun steht! Verdammt! Was machen? Bei Kilometer 2 wieder starten und den verloren Kilometer im Kopf mit etwa 4:10 min aufaddieren, da ich etwas langsamer geworden bin? Anders wird es wohl nicht gehen. Gesagt getan, aber leider völlig aus dem Konzept drücke ich dann bei Kilometer 2 die Start/Stopp-Taste und die Uhr läuft wieder. Jetzt heißt es nur noch die Rundenzeiten beachten und nicht über die Gesamtzeit nachdenken, vielleicht kann ich diese ja zu Hause aus dem Gerät ablesen. Bei Kilometer 5 laufe ich auf einen Kollegen der Turnerschaft auf, mit dem ich dann auch bis zum Ende durchlaufen sollte. Aber langsam wird es wirklich hart, ich spüre deutlich meine Grenzen bzw. merke, dass eine große Willenskraft notwendig ist, um das Tempo weiter so hoch zu halten. Meine Kilometerzeiten liegen nun alle über 4:10 min/km und mit den diversen Kurven und Wendepunkten komme ich heute auch nicht wirklich zurecht. Ich bekomme die Kurve einfach nicht
Was mich allerdings erstaunt, ist mein Puls. Von früheren 10ern weiß ich, dass er deutlich über 170 liegt, heute geht er nicht über 167, liegt im Schnitt eher bei 164. Sollte ich etwa nicht am Anschlag laufen? Aber warum fühle ich mich dann so und warum wollen dann meine Beine nicht schneller laufen? Bei Kilometer 8 (4:17 min/km) geht dann irgendwie gar nichts mehr, die Motivation ist ein bisschen weg und das Tempo kann ich auch nicht mehr einschätzen. Vom Gefühl her werde ich schneller, aber die Uhr sagt etwas anderes! Mein Kollege ist immer noch knapp vor mir, aber der sieht noch zu gut aus, um ernsthaft daran zu denken, ihn zu schlagen. Also nicht verrückt machen lassen, das Tempo ein wenig anziehen, es sind ja nur noch gute acht Minuten! Nach Kilometer 9 in 4:13 min geht es endlich auf den letzten Kilometer, auf den ich noch eine 4:06 erreichen kann. Aber ich hechle jetzt schon ziemlich und mehr wäre wirklich nicht drin gewesen, zumindest nicht mit dem schnellen ersten Kilometern in den Beinen. Die Anzeigetafel im Ziel zeigt eine 42:07 an, was mich dann doch etwas enttäuscht. Aber erst einmal abwarten, was der Forerunner daheim sagt. Mein Kollege ist nur wenige Meter vor mir im Ziel, weil er einen Endspurt hingelegt hat. Jedenfalls bin ich froh im Ziel zu sein, habe aber nach wenigen Sekunden bereits das Gefühl, wieder fit zu sein…
Nach dem Lauf geht es schnell ab nach Hause, flink 3 Kilometer auslaufen und dann Fußball gucken. Bayern hat übrigens 2:1 gegen Leverkusen gewonnen
Was meine Zielzeit angeht, habe ich letztendlich ein Programm gefunden, welches alle Daten aus dem Forerunner auslesen kann, so auch die absolute Uhrzeit, zu der ich am Start die Start/Stop-Taste gedrückt habe, wie auch die für den Tastendruck im Zieleinlauf. Was die Technik nicht alles kann! Und so konnte ich mir meine persönliche Bestzeit von 42:03 min errechnen.
Nächste Woche stehen dann erst einmal wieder viele ruhige Läufe an sowie ein 15er in 4:50 min/km. Es wird die Woche mit den meisten Kilometern werden, nämlich ca. 90. Nicht zu vergessen auch der lange Lauf am Donnerstag über 32 km in 5:30 min/km. Oje…