Eigentlich wollte ich ja heute den Testzehner ruhig angehen lassen und nicht den ersten Kilometer in 3:59 min laufen… aber wie das immer so ist
Hier mein Bericht:
Nun sind fast drei Wochen der Marathonvorbereitung vorbei und heute soll der erste Testwettkampf über 10 km in Schaidt stattfinden. Das Wetter ist optimal, knapp über 20 Grad aber ich bin ziemlich müde heute. Gegen Mittag musste ich mich erst noch einmal hinlegen. Aber macht ja nichts, ist ja nur ein Test heute. Zunächst gilt es allerding erst einmal den Ort Schaidt auf der Landkarte zu finden. Dank des neuen TomToms klappt dies doch recht gut, auch wenn wir hier mitten in der Pampa sind. Eine knappe Stunde vor Laufbeginn ist schon erstaunlich viel los und als es um 17:30 Uhr losgeht, sehe ich mich einmal mehr mit einem altbekannten Problem konfrontiert: Die Disziplinlosigkeit einiger Läufer, die es nicht schaffen, sich HINTER der Startlinie aufzustellen. Auch den Veranstalter scheint dies nicht zu interessieren. Zitat: “Ihr müsst nicht genau an der Linie stehen, es reicht, wenn ihr in der Nähe steht”. Dazu fällt mir nicht mehr viel ein.
Naja, dafür erfolgt der Start pünktlich und die Meute stürmt wie immer in einem Tempo los, dass man meinen könnte, es gehe um Leben oder Tod
Leider lasse ich mich auch dazu verleiten zu schnell anzugehen und passiere den ersten Kilometer in 3:59 min. Das wird wohl nichts werden mit einem lockeren Läufchen heute. Auch der zweite Kilometer ist mit 4:07 min zu schnell. Während des dritten Kilometers mache ich mir zum ersten Mal Gedanken. Ich spüre die Beine und vor allem die Fußgelenke. Zum Glück geht es jetzt in den Wald über weicheren Boden. Inzwischen ist mir jedoch klar, dass es einmal mehr eine Quälerei werden soll, denn die Zeit ist gut, warum jetzt nicht auf Bestzeit laufen. Bei km 5 bin ich 18 Sekunden unter 42 Minuten-Schnitt aber auch schon recht ko. Die nächsten drei Kilometer sind richtig hart, vor allem weil ich auf mich alleine gestellt bin. Auch verliere ich ein paar Sekunden, so dass ich bei km 8 meinen 18 Sekunden Vorsprung verloren habe. Das hohe Anfangstempo hat wohl doch zuviel Kraft gekostet. Was tun? Das Tempo noch einmal anziehen? Auch wenn ich keine Ahnung habe, wie das gehen soll. Oder aufgeben und eben mit einer 42:30 ins Ziel kommen? Lust auf die Quälerei habe ich jedenfalls nicht. Also versuche ich einfach das zu laufen, was noch geht um dann nach km 9 zu entscheiden, was zu tun ist. Tatsächlich ist km 9 wieder genau im 42er-Schnitt. Also heißt es jetzt doch noch einmal richtig Gas geben, vielleicht reicht es ja wirklich noch für eine 41er-Zeit. Den letzten Kilometer laufe ich dann tatsächlich an meiner Grenze und mit 4:09 min noch einmal deutlich schneller als die Kilometer vorher. Für einen Endspurt reicht es zwar nicht mehr, aber dafür für eine 41:57, Bestzeit! Das erste Mal unter 42 Minuten, trotz des taktisch unklugen Rennens.
Im Ziel bin ich dennoch nicht so richtig zufrieden, weil der Lauf wirklich an der Grenze war. Ich hatte insgeheim gehofft, diese Zeit mit weniger Anstrengung laufen zu können. Vielleicht bin ich auch einfach zu schnell angegangen. In zwei Wochen werde ich jedenfalls genau in 4:12 min/km angehen und dann ab der Hälfte entscheiden, ob noch etwas geht. Immerhin habe ich jetzt einen Anhaltspunkt, was ich momentan über 10 km laufen kann.
Wie auch immer, im Nachhinein bin ich doch ganz zufrieden. Warum auch nicht, wenn man Bestzeit gelaufen ist und der Kuchen nach dem Rennen gut geschmeckt hat