Neue PB zum Jahresende: 41:10 min (offiziell 41:13 min)
Mittwoch, Dezember 31st, 2008Nachdem es mit dem Münchner Silvesterlauf leider nicht geklappt hat, habe ich heute mein Glück hier ganz in der Nähe versucht und bin beim Silvesterlauf in Schifferstadt gestartet. Da ich letztes Jahr die Strecke ein paar Mal testweise abgelaufen bin, wusste ich, dass mich nicht die allerbesten Bedingungen erwarten werden. Bis auf ca. 3 km besteht die Laufstrecke aus relativ unebenen Waldwegen. Also habe ich mir von vornherein nicht allzu große Hoffnungen gemacht, zumal wir morgens noch in Speyer ausgiebig frühstücken waren
Also ging es dann gegen 13 Uhr mit ziemlich vollen Bauch nach Schifferstadt. So um die 41 Minuten wollte ich aber schon laufen.
Dort angekommen war es schon ziemlich voll, die Anmeldung dauerte dennoch nur wenige Minuten. Wie ich später erfuhr, waren auch dieses Jahr wieder ca. 800 Teilnehmer am Start. Und dass trotz des eisig kalten Wetters von knapp unter Null Grad. Beim Einlaufen spürte ich immer noch das Frühstück von heute Morgen in Magen und kurz bevor es losging, setzte leichter Eisregen ein, den ich aber zunächst gar nicht weiter beachtete. Dummerweise habe ich mich am Start (wie fast jedesmal) wieder zu weit nach hinten gestellt, so dass es auf dem ersten halben Kilometer praktisch unmöglich war, ein konstantes Tempo zu laufen. Die nächste Überraschung war dann die völlig vereiste Straße, auf der man zwar gerade noch laufen konnte, die einen aber einen Haufen Kraft kostete. Bei Kilometer 1 hatte ich eine Zeit von 4:04 min, war aber schon leicht angestrengt aufgrund der Verhältnisse. Kurze Zeit später ging es dann über die erste Autobahnüberquerung, was bedeutete, bei Glätte einen Hang hinauf und herunter zu laufen. Es ging… aber insbesondere das Gefälle musste man extrem bedächtig herunterlaufen, sonst hätte es einen hingelegt. Vom letzten Jahr wusste ich aber immerhin noch, dass jetzt bald Waldboden kommen müsste, der eigentlich besser zu laufen sein sollte. So war es dann auch, nur dass man eine Weile fast wie in einem gepflügten Acker gelaufen ist, was noch mehr Kraft kostete. Als es dann endlich auf die normalen Feldwege ging, musste ich recht schnell feststellen, dass auch hier der Eisregen seine Wirkung zeigte. Etwa nach Kilometer 4 fing ich an unsicher zu werden, weil ich schon zu viel Kraft vergeudet hatte und der letzet Kilometer auch schon deutlich langsamer war. nach 5 Kilometern war ich dann mit 20:39 min auch schon neun Sekunden langsamer als meine Wunschdurchgangszeit. Das war eigentlich der Punkt, an dem ich meine Zielzeit von 41 Minuten abgehakt hatte und vielmehr eine Zeit von über 42 Minuten erwartete. Allerdings standen auch die Kilometermarkierungen so unregelmäßig, dass trotz halbwegs konstantem Tempo Rundenzeitdifferenzen von 30 Sekunden(!) zustande kamen. Jetzt wollte ich nur noch halbwegs passabel ins Ziel kommen, denn meine Kraft schwand immer mehr. Umso mehr erstaunte es mich, dass nach ca. 7 Kilometern so etwas wie ein Ruck durch mich ging und mir das Laufen ganz plötzlich wieder leichter fiel. Bis zur nächsten Überquerung der Autobahn kurz vor Kilometer 9 machte ich noch einmal Richtig Druck mit einem Tempo von knapp über 4 min/km; die Überquerung an sich kostete aber wieder einen guten Teil der herausgelaufenen Zeit. Vor allem war es jetzt irgendwie noch glatter. Aber nun wusste ich, dass es für eine tiefe 41er-Zeit noch reichen könnte und wenn ich nochmal Gas geben würde, dann vielleicht für noch mehr. Den letzten Kilometer lief ich tatsächlich in 3:55 min, vor allem auch dank eines ziemlich krassen Endspurts. Angefangen hat es damit, dass ich leicht anzog, weil ich das das Ziel schon mir wähnte. Ein paar Meter weiter musste ich leider feststellen, dass das rote Band ja erst die Startlinie von vorhin war und sich das Ziel bestimmt nochmal 300 m weiter hinten befand. Für einen Moment lies ich etwas locker, bemerkte aber, dass ein Läufger hinter mir scheinbar an mir vorbei ziehen wollte. Also zog ich nochmals leicht an, der Kollege blieb aber neben mir. Was er nicht wusste: ich überlegte mir, wer von uns beiden eigentlich der Sprinter ist
Und so bin ich die letzten 200 m bis ins Ziel vermutlich unter 30 Sekunden gelaufen… hinterher habe ich mich gefragt, woher ich eigentlich die Kraft genommen habe. Wie auch immer, im Ziel konnte ich eine 41:10 verbuchen und war keine 10 Sekunden nach dem Zielleinlauf schon wieder fit. Wie immer halt…
Insgesamt bin ich mit der Zeit für die Umstände zufrieden, vor allem wenn ich bedenke, was in den letzten Wochen los war. Vor drei Wochen war ich noch an einem Punkt, an dem ich nicht wusste, wie es läuferisch weitergehen sollte. Aber heute habe ich auch gemerkt, dass ich mehr drauf habe, wenn ich es endlich einmal schaffen sollte, über den kompletten Lauf an meine Grenzen zu gehen. Vielleicht schaffe ich es am 1. März bei etwas besseren Bedingungen beim Auwaldlauf in Hördt die 40-Minuten-Marke in Angriff zu nehmen. Bis dahin stehen allerdings noch einige harte Einheiten auf dem Plan. und auch noch ein paar längere Wettkampfstrecken.
So, jetzt wird aber erst einmal Silvester gefeiert! Einen guten Rutsch für alle!