Mit dem heutigen Ergebnis von 1:23:28 h (offiziell 1:23:29 h) beim 20er der Winterlaufserie bin ich im Nachhinein sehr zufrieden. Immerhin konnte ich meine Bestzeit aus dem letzten Jahr um fast 5 Minuten verbessern und dass eigentlich auch noch recht locker, sieht man einmal vom Seitenstechen vom km 15 an ab.
Dabei hatte es gar nicht so gut begonnen. Aufgestanden bin ich wie immer gegen 6:30 Uhr. Nach einem kleinen Frühstück ging es auch gleich los Richtung Rheinzabern, wo ich schon beim Einlaufen irgendwie das Gefühl hatte am Anschlag zu laufen. Es fühlte sich vom Tempo her an wie 4:30 min/km und tatsächlich bin ich knapp unter 5er-Schnitt gelaufen. Das beruhigte mich ein wenig aber seltsam fühlte sich das schon an. Um 10:05 Uhr ging es dann auf die Strecke mit etwa 700 anderen Teilnehmern. Das Wetter war eigentlich optimal, bedeckt und trocken, vielleicht mit 2 bis 3 Grad ein wenig zu kalt. Wieder einmal schafften es die Läufer nicht alle, am Start hinter der Startlinie Aufstellung zu nehmen, so dass ich ziemlich genau an dieser stehen konnte, ohne mich gleich in erster Reihe zu befinden. Was mir diesmal besonders aufgefallen ist: Auf dem ersten Kilometer wird gerannt, was das Zeug hält, die meisten laufen viel zu schnell los. Das führt dazu, dass ich auf dem ersten Kilometer fast nur überholt werde, ab Kilometer 2 aber mehr Läufer wieder selbst überhole. Das kann es irgendwie auch nicht sein. Ich denke, man sollte sich nach Zielzeit aufstellen, nicht nach der Zeit, die ich auf dem ersten Kilometer laufen möchte um kurze Zeit später einzubrechen.
Wie auch immer, der erste Kilometer war bei mir diesmal nur ganz leicht zu schnell, danach pendelte ich mich bei einem Schnitt von knapp unter 4:10 min/km ein. Die ersten 10 Kilometer liefen ziemlich unspektakulär und total locker ab. Nur zwischen Kilometer 8 und Kilometer 10 gab es ein paar kleinere Steigungen, die (wie ich später spüren sollte) Kraft kosteten. Bei Halbzeit zeigte meine Uhr 41:40 min an! Das entspricht meiner zweitbesten jemals gelaufenen Zeit über 10 km und war heute total locker herausgelaufen. Zu diesem Zeitpunkt war ich davon überzeugt, eine Wahnsinnszeit herauslaufen zu können. Nachdem ich bei km 10 einen kleinen Schluck getrunken hatte, änderte sich das Bild jedoch fast schlagartig. Ohne ersichtlichen Grund fiel es mir plötzlich immer schwerer die Geschwindigkeit zu halten. ganz im Gegenteil, ich musste mehr Druck machen um am Ende langsamer zu laufen. Bis Kilometer 13 war es ein richtiger Krampf, danach ging es langsam wieder besser. Also wollte ich es jetzt wissen und das Tempo anziehen. Zwei Kilometer später, bei km 15 fing es dann an, das Seitenstechen. Wie aus heiterem Himmel steigerte sich der Schmerz innerhalb von 30 Sekunden so weit, dass ich vom Gas gehen musste, wen auch nur wenige Sekunden pro Kilometer. Die nächsten drei Kilometer quälte ich mich mehr oder weniger über die Laufstrecke, inzwischen nur noch mit einem Tempo von ca. 4:15 min/km. Die letzten zwei Kilometer gelang es mir dann noch ein wenig von der Zeit aufzuholen, die ich verloren hatte, aber im Ziel war ich erst einmal froh, nicht abgebrochen und das Ziel “vernünftig” erreicht zu haben. Dennoch, ein wenig ärgerte ich mich schon über die letzten 5 Kilometer. Ich habe bis heute keine Ahnung, was da los war. Ich glaube nicht, dass es am zu hohen Tempo gelegen haben kann. Wie oben beschrieben, bis km 10 habe ich kaum eine Anstrengung verspürt, musste mich eher noch bremsen.
Dennoch, das Ergebnis ist sehr gut und wenn ich jetzt noch knapp 3 Minuten schneller bin auf dieser Distanz… ja dann könnte ich mein Glück versuchen… sub 3 beim Marathon. Aber das braucht noch ein wenig Zeit.